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Die Wahrscheinlichkeit, dass Flugzeuge aufgrund von Kerosinmangel weiterhin am Boden bleiben, steigt täglich. Solange die Straße von Hormus gesperrt bleibt, nimmt der Druck auf die globalen Versorgungslagen weiter zu. Besonders Asien und in etwas geringerem Maße Europa sind gefährdet, da beide Regionen stark von Öl aus dem Persischen Golf und den dortigen Raffinerien abhängig sind. Es bleibt jedoch unklar, wann die ersten tatsächlichen Engpässe spürbar werden.

Experten, Branchenverbände und Energieunternehmen warnen unterdessen, dass innerhalb weniger Wochen schwierige Entscheidungen notwendig werden könnten. Insbesondere kleinere Flughäfen und einige Fluggesellschaften riskieren Teilstreichungen.

Die Engpässe rücken näher

In Paris wächst die Sorge, dass ein Mangel an Flugtreibstoff schnell Realität werden könnte, sollte sich die Lage um die Straße von Hormus nicht ändern. Die Straße von Hormus ist von großer Bedeutung für den globalen Energiemarkt. Vor dem Krieg wurde etwa ein Fünftel des gesamten Rohöls und Flüssigerdgases über diese Route transportiert. Seit die USA und Israel am 28. Februar mit den Bombenangriffen auf den Iran begannen, ist der Schiffsverkehr dort praktisch vollständig zum Erliegen gekommen. Laut der Energieberatungsfirma Rystad könnte sich die Situation innerhalb von drei bis vier Wochen zu einem systemischen Problem ausweiten. Dies bedeutet, dass das Problem nicht mehr lokal oder vorübergehend sein wird, sondern weitreichendere Beeinträchtigungen des Flugverkehrs nach sich ziehen könnte.

Europa spürt den Druck, aber nicht alle Länder gleichermaßen.

Der Energieökonom Claudio Galimberti sagte auf CNBC, Europa könnte bereits im Mai und Juni mit erheblichen Einschränkungen der Flugzahlen konfrontiert werden. Er gab außerdem an, dass aufgrund von Treibstoffproblemen bereits Flüge gestrichen wurden. Die Europäische Kommission widersprach dieser Einschätzung teilweise und erklärte, es gebe derzeit keine Anzeichen für Engpässe in der Europäischen Union. Brüssel räumte jedoch ein, dass es in naher Zukunft zu Versorgungsproblemen kommen könnte, insbesondere bei Flugtreibstoff. Die Anfälligkeit variiert innerhalb Europas stark. Österreich, Bulgarien und Polen verfügen über ausreichende Vorräte, während Großbritannien, Island und die Niederlande in einer schwächeren Position sind. Frankreich befindet sich im Mittelfeld.

Die Warnungen für Mai und Juni häufen sich.

Die Warnungen werden immer konkreter. Der Flughafenverband Airports Council International Europe schrieb letzte Woche an die Europäische Kommission, dass es innerhalb von drei Wochen, also Anfang Mai, zu Engpässen kommen könnte, falls Tanker nicht bald wieder den Hafen von Hormuz passieren. Auch IEA-Chef Fatih Birol warnte, dass Europa Anfang Mai betroffen sein könnte. In ihrem jüngsten Monatsbericht zum Ölmarkt veröffentlichte die Internationale Energieagentur (IEA) eine etwas spätere Prognose. Demnach könnten die europäischen Lagerbestände im Juni wieder auf das kritische Niveau von 23 Tagen fallen, falls der Weltmarkt weiter unter Druck gerät und Europa weniger als die Hälfte der aus dem Nahen Osten wegfallenden Mengen aufnehmen kann.

Nicht alle Flughäfen und Fluggesellschaften sind gleichermaßen stark betroffen.

Laut dem Ökonomen Rico Luman von der ING Bank werden insbesondere kleinere Inlandsflughäfen schlechter dastehen als große Drehkreuze. Er rechnet nicht mit einem vollständigen Stillstand des Flugverkehrs, sondern eher mit teilweisen Flugausfällen bei einzelnen Flughäfen und Fluggesellschaften. Dies stellt insbesondere Fluggesellschaften vor große Herausforderungen, da sie kaum Einblick in den genauen Treibstoffplan haben. Der Branchenverband Airlines for Europe, dem unter anderem Air France-KLM, Lufthansa und Ryanair angehören, fordert daher von der Europäischen Union die Bereitstellung von Echtzeitinformationen über die Treibstoffbestände an Flughäfen. Diese Daten befinden sich derzeit hauptsächlich im Besitz von Treibstofflieferanten, die zögern, solch sensible Geschäftsinformationen mit ihren größten Kunden zu teilen.

Ölkonzerne und die Luftfahrtindustrie suchen nach Notfalllösungen.

Auch aus dem Energiesektor kommt eine deutliche Warnung. TotalEnergies erklärte, das Unternehmen könne nicht alle Kunden beliefern, falls die Öllieferungen aus dem Golf im Juni weiterhin blockiert blieben. CEO Patrick Pouyanné sagte, im Falle eines Krieges und einer Blockade von mehr als drei Monaten Dauer würden in einigen Bereichen, darunter auch bei Kerosin, gravierende Versorgungsprobleme entstehen. Airlines for Europe hat daher vorgeschlagen, die Europäische Kommission solle ausnahmsweise die Einfuhr von amerikanischem Kerosin genehmigen, obwohl dieses nach einem etwas anderen Standard als im Rest der Welt hergestellt werde. Aufgrund politischer und logistischer Hindernisse ist es unwahrscheinlich, dass eine solche Lösung bald gefunden wird.

Die Bedrohung stellt daher noch keine akute europäische Treibstoffkrise dar, doch das Zeitfenster verengt sich rapide. Dies ist relevant für Reisende von und nach Thailand, da sich Störungen in Asien und Europa gegenseitig verstärken können. Sollte die Blockade andauern, werden Teilausfälle von Flügen in den kommenden Wochen immer wahrscheinlicher.

Quelle: Bangkok Post

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