Der Krieg zwischen Thailand und Kambodscha

Von Hans Pronk
Posted in Grenzkonflikt in Kambodscha
Stichworte:
29. Juli 2025
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Der Krieg hat natürlich in beiden Ländern viele nationalistische Gefühle ausgelöst, aber glücklicherweise gibt es in den sozialen Medien auch beruhigende Botschaften.

Um ein Beispiel zu geben:

Auf Facebook postet eine Isanerin, eine Englischlehrerin, unter dem Namen แก้วใส : Alltagsgeschichte. In ihrem Beitrag vom 25. Juli beschreibt sie auf Thailändisch, Englisch und Khmer, wie ihr Vater nach den Kämpfen 2009 von der Front zurückkehrte. Ihr Vater hatte ein Heft mitgebracht (offenbar eine Ausgabe der thailändischen Regierung an Soldaten) mit Khmer-Ausdrücken wie „Wie geht es dir?“ und „Hast du schon gegessen?“. Er lehrte sie auch, Menschen anderer Nationalität niemals zu hassen. Dafür war sie ihrem Vater immer dankbar.

Dieser Beitrag wurde über 3.000 Mal geteilt und erhielt allein für den Originalbeitrag über 7.000 Likes (Daumen hoch, Herzen). Und diese geteilten Beiträge generierten oft Hunderte oder sogar Tausende von Likes. Die Gesamtzahl der Likes dürfte in die Hunderttausende gehen. Zum Glück.

Und dann der Krieg selbst: Wie immer ist er auch ein Propagandakrieg. Das war schon immer so, und ich erinnere mich noch gut daran, wie ich während des Vietnamkriegs fest hinter den Amerikanern stand. Das war natürlich eine Folge der Propaganda, unter anderem unserer eigenen Regierung und der niederländischen Presse. Leider ist der aktuelle Krieg in der Ukraine nicht anders. Das wird sich in einigen Jahren zeigen.

Daher sollten wir die Berichte über den aktuellen Grenzkrieg in vielen Fällen nicht für bare Münze nehmen. Dennoch konnte ich mir selbst ein Bild von diesem Krieg machen:

  1. Laut einem australischen (selbsternannten?) Experten für die Auswertung von Luft- und Satellitenbildern hatte sich Kambodscha seit Monaten auf den Krieg vorbereitet, indem es Befestigungen errichtete und Truppen an die Grenze verlegte. Er behauptete sogar, diese Fotos zeigten, wie Kambodschaner Landminen auf Personen auf thailändischem (oder umstrittenem) Gebiet legten. Dies sei durch ein ebenfalls von Kambodscha unterzeichnetes Abkommen verboten. Ich schätze seine Berichterstattung, da die Minen tatsächlich erst kürzlich gelegt worden waren. Zudem konnte Kambodscha bereits am ersten Kriegstag an zahlreichen Orten entlang der Grenze das Feuer mit schweren Waffen eröffnen. Dies deutet eindeutig auf eine Kriegsvorbereitung hin. Aber auch die Handlungen von Hun Sen, Kambodschas starkem Mann, deuten darauf hin. Zum Beispiel die Veröffentlichung eines belastenden Telefonats mit Paetongtarn Shinawatra und eines demütigenden Archivfotos, auf dem sie ihn bewundernd und unterwürfig ansieht. In beiden Fällen geschah dies Wochen/Tage vor Kriegsausbruch. Doch natürlich steckt hinter diesem Krieg mehr als nur eine Fehde zwischen Hun Sen und der Familie Shinawatra.
  2. Kambodscha provozierte den Krieg eindeutig, indem es das Feuer auf Zivilisten eröffnete. Gleich am ersten Tag wurde ein 7-Eleven angegriffen, wobei viele Zivilisten starben. Veröffentlichte Fotos (mit Google Street View) zeigten schnell, dass sich der 7-Eleven 30 Kilometer von der Grenze entfernt in der Nähe der Stadt Kantharalak in Sisaket befand. Dies war eindeutig ein Kriegsverbrechen. Später wurden weitere zivile Ziele angegriffen, darunter ein Krankenhaus. Eine heftige Reaktion Thailands war unvermeidlich.
  3. Thailand behauptet, alles zu tun, um zivile Opfer auf kambodschanischer Seite zu verhindern. Ich glaube das auch, weil es klug ist, die Weltöffentlichkeit so weit wie möglich auf seiner Seite zu haben. Die Tatsache (?), dass Thailand als Reaktion auf die Bombardierung ziviler Ziele sechs Kampfjets auf kambodschanische Stellungen schickte und nur ein Jet tatsächlich zum Einsatz kam, zeigt auch, dass sie nicht wahllos Bomben abwerfen. Die Raketenwerfer sind auf sechsrädrigen Fahrzeugen montiert und daher im Dschungel leicht zu verbergen. Thailändischen Berichten zufolge werden sie zudem oft so positioniert, dass Zivilisten als Schutzschild dienen, was übrigens ebenfalls ein Kriegsverbrechen ist. 

Zum Glück gibt es jetzt eine Datei.

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Über diesen Blogger

Hans Pronk
Geboren 1950, 1977 in Thailand verheiratet, 2011 ausgewandert. Zwei wundervolle Kinder und 5 wundervolle Enkelkinder. Wir beide leben jetzt in Isaan, die ersten Nachbarn sind etwa 250 m entfernt. Wir haben die Provinz Ubon seit 5 Jahren nicht einmal verlassen. Ausgehen: ein paar Mal im Monat auswärts essen. Langweilig? Isoliert? NEIN. Das Foto zeigt, wie ich hier lebe: draußen, umgeben von Natur, leicht gekleidet, ganz nach meinem Geschmack und ab und zu zu Besuch, wie von Urenkel Nalin. „Dahinter“, weil ihre Mutter uns Oma und Opa nennt. Hobby: Suche nach zuverlässigen Nachrichtenquellen.

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