
Als Bert Prenger in Schiphol landete und sein Handy wieder einmal mit Nachrichten überflutet wurde, hatte er genug. Jahrelang hatte er in Groningen eine Versicherungs- und Immobilienagentur geführt, Steuerangelegenheiten bearbeitet und mit Kunden zusammengearbeitet, die ständig etwas von ihm wollten. 2023 beschloss er, dass sich etwas ändern musste. Er verkaufte alles und reiste am 1. September nach Thailand, in ein Land, in dem er schon lange leben wollte.
Dieser Schritt kam nicht unerwartet. Bert hatte bereits Erfahrung im Gastgewerbe, unter anderem bei Van der Valk und in Cafés in Groningen. Außerdem hatte er jahrelang Rücksicht auf seine kranke Mutter in den Niederlanden genommen. Erst als sie ihn selbst ermutigte, seinem Traum zu folgen, wagte er es, endgültig aufzubrechen. Heute lebt und arbeitet er in Chiang Mai.
Vom Versicherungsbüro bis zum Gastgewerbe in Chiang Mai
Bert wuchs in Groningen auf und begann schon früh zu arbeiten. Die Schule war nicht das Richtige für ihn, also fing er in einem Supermarkt an und landete später in der Gastronomie. Dort lernte er, was Gastfreundschaft, Disziplin und Unternehmertum bedeuten. Später wechselte er in die Versicherungs- und Immobilienbranche, da diese bessere Zukunftsperspektiven boten. Doch die Gastronomie ließ ihn nicht los. Als er in den Niederlanden unter Arbeitsdruck und Routine litt, entschied er sich für einen radikalen Neuanfang in Thailand.
In Chiang Mai fand er einen Ort, an dem Ruhe, Weite und Unternehmergeist zusammenkommen. Er bezeichnet sie als eine der schönsten Städte Thailands, gerade wegen der gelungenen Kombination aus Stadt, Bergen und Natur. Seiner Meinung nach liegt das wahre Thailand außerhalb der Stadt, inmitten von Grün, Berglandschaften und einem entspannten Lebensrhythmus. Diese Umgebung war ein entscheidender Faktor. Für Bert war es nicht nur eine Auswanderung, sondern auch die Rückkehr zu der Art von Arbeit, die ihn schon immer fasziniert hatte: Menschen willkommen zu heißen, einen Ort zu gestalten und selbst etwas Greifbares zu schaffen.
Aus einem alten Haus wurde ein Gästehaus, ein Restaurant und eine Bar umgebaut.
Als Bert das Anwesen fand, bestand es hauptsächlich aus einem Haus mit Terrasse und einem alten Carport dahinter. Nahezu alles musste entkernt, abgerissen und neu aufgebaut werden. Im Erdgeschoss richtete er ein Restaurant mit professioneller Küche und Bar ein und baute Gästezimmer. Zusätzlich wurde ein Parkplatz angelegt, was er in dieser Gegend von Chiang Mai als echten Vorteil betrachtet. Hinter dem Gebäude schuf er außerdem vier Personalzimmer für die Familie seines Partners.
Die Renovierung verlief nicht reibungslos. Bert hatte mit Handwerkern, Genehmigungen und langwierigen Abläufen bei der Gemeinde zu kämpfen. Zeitweise war er wirklich frustriert. Trotzdem hielt er durch. Das Lokal dient nun als Gästehaus, Restaurant und gemütliche Bar, in der Gäste in Ruhe essen und trinken können. Die Bar hat offiziell eine Schanklizenz bis Mitternacht, aber da das Gelände mit einem Tor abgeriegelt werden kann, wird sie manchmal auch danach noch als private Feier weitergeführt. Bert nimmt jedoch Rücksicht auf die Nachbarschaft. Laute Musik bis tief in die Nacht passt seiner Meinung nach nicht dazu.
Geschäfte in Thailand zu tätigen erfordert Geduld und Realismus.
Laut Bert sollte man nicht versuchen, die Niederlande in Thailand zu kopieren. Die Gesetzgebung mag in Teilen vertraut wirken, doch die Umsetzung ist anders – langsamer und hierarchischer. Was in den Niederlanden in einem halben Tag erledigt ist, kann in Thailand leicht eine Woche dauern. Wer damit nicht zurechtkommt, wird scheitern. Sein Rat ist einfach: Passen Sie sich dem Rhythmus des Landes an, akzeptieren Sie die Dynamik und bedenken Sie, dass Sie als Ausländer Gast sind.
Deshalb hält er einen thailändischen Partner oder zumindest starke Unterstützung vor Ort für nahezu unverzichtbar. Andernfalls kann es schnell zu Problemen kommen, insbesondere in finanziellen Angelegenheiten, bei Behördengängen und sprachlichen Hürden. Gleichzeitig warnt er vor einer weiteren Falle: blindem Vertrauen. Seiner Meinung nach machen viele Ausländer den Fehler, zu schnell in Land oder ein Haus im Namen ihres Partners zu investieren. Da Ausländer kein Land in ihrem eigenen Namen besitzen können, ist dies riskant. Er empfiehlt stattdessen eine Wohnung, da diese rechtlich deutlich besser abgesichert werden kann.
Die Niederländer verbinden und gleichzeitig ein neues Zuhause bauen
Ein wichtiger Teil von Berts Leben in Chiang Mai dreht sich nicht nur ums Geldverdienen, sondern auch um soziale Kontakte. Er bemerkte, dass viele Niederländer in Thailand das Bedürfnis nach Kontakten, Anerkennung und einem Ort haben, an dem sie sich für eine Weile wie zu Hause fühlen können. Deshalb half er beim Aufbau eines niederländischen Vereins in Chiang Mai, der mittlerweile fast 45 Mitglieder zählt. Er arbeitet außerdem mit anderen niederländischen Unternehmern aus der thailändischen Gastronomie zusammen. So organisieren sie beispielsweise Golfturniere, besuchen sich gegenseitig und empfehlen Gäste weiter.
Er sieht diesen Drang, Menschen zusammenzubringen, auch in seinem Netzwerk rund um Elephant Parade Land widergespiegelt. Dieses Sozialunternehmen unterstützt ein Elefantenkrankenhaus in Thailand und verkauft bemalte Elefantenstatuen, wobei ein Teil des Erlöses der Pflege verletzter Elefanten zugutekommt. Bert schätzt solche Initiativen gerade deshalb, weil sie zeigen, dass Unternehmertum und soziales Engagement Hand in Hand gehen können. Er versucht, dies auch in seinem eigenen Unternehmen umzusetzen. Die Familie seines Partners erhielt in Chiang Mai eine Wohnung, Arbeit und die Chance auf ein stabileres Leben.
Kosten, Visa, Risiken und die Realität hinter dem Traum
Wer glaubt, in Thailand zu leben sei automatisch günstig, irrt sich, so Bert. Man könne dort mit einer staatlichen Rente durchaus gut leben, aber nicht verschwenderisch, als ob alles kostenlos wäre. Seine Firma habe monatliche Betriebskosten von rund 100.000 Baht, hauptsächlich für Miete, Personal, Einkäufe und die hohen Stromkosten. Allein der Stromverbrauch summiere sich schnell, bedingt durch Klimaanlage, Küchengeräte und Belüftung. Er habe zwar über Solaranlagen nachgedacht, die Investition aber für eine Mietimmobilie mit kurzer Amortisationszeit als zu hoch empfunden.
Visa und Arbeitsgenehmigungen sind strenger, als viele denken. Bert erklärt, dass eine Touristeneinreise etwas anderes ist als ein Visum und dass man damit nicht unbegrenzt weiterarbeiten kann. Er selbst arbeitet mit einem Non-B-Visum und einer Arbeitsgenehmigung. Das bedeutet auch, dass er thailändische Angestellte beschäftigen muss und bestimmte Aufgaben nicht selbst ausführen darf, da diese thailändischen Staatsangehörigen vorbehalten sind. Hinzu kamen unerwartete Rückschläge, wie beispielsweise eine schwere Überschwemmung, die sein Gelände plötzlich unter Wasser setzte. Doch er erlebte auch Thailands Widerstandsfähigkeit: Innerhalb weniger Tage war alles aufgeräumt und der Betrieb lief wieder.
Bert vermisst manchmal seine Freunde, Bekannten und den gemütlichen Freitagnachmittagsdrink aus den Niederlanden. Auch von gesalzenem Hering schwärmt er ohne Zögern. Doch er bereut seinen Weggang nicht. Er gibt allerdings ehrlich zu, dass er es sich vielleicht länger überlegt hätte, wenn er vorher alles über die Intensität, die Bauunternehmer, das Personal und die unzähligen Details gewusst hätte. Eines ist ihm jedoch gewiss: Wer Thailand so annehmen möchte, wie es ist, mit Respekt vor den Regeln, der Kultur und den zwischenmenschlichen Beziehungen, kann sich dort ein überraschend reiches und freies Leben aufbauen.
Quelle: Friday Feeling-Video
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