Geld, Fürsorge und Status prägen manche Beziehungen zwischen einem Farang und einem thailändischen Partner.

Wer dieses Thema aus westlicher Perspektive betrachtet, vermutet schnell Eifersucht, Einmischung oder Materialismus, insbesondere bei thailändischen Frauen, die sich auf Partys und Treffen in Gruppen versammeln. Man kennt das: die Farang-Männer in der einen Ecke, die thailändischen Frauen in der anderen. Und schon bald dreht sich das Gespräch darum, wie viel Geld sie von ihren westlichen Partnern erhalten. Studien zeichnen jedoch ein komplexeres Bild. In Thailand kann Geld in Beziehungen mit einem ausländischen Partner gleichzeitig Fürsorge, Pflicht, Zuverlässigkeit, familiäre Unterstützung und sozialen Aufstieg symbolisieren. Daher erhalten scheinbar direkte Fragen nach Unterstützung oder monatlichen Zahlungen oft eine umfassendere soziale Dimension.
Es gibt jedoch keine aktuelle nationale Studie, die genau misst, wie häufig Frauen sich gegenseitig fragen, wie viel sie von ihren Partnern erhalten. Klar ist aber, dass in manchen Netzwerken Einkommensunterschiede, Gegenseitigkeit, Gerüchte, Reputation und lokaler Status eine sichtbare Rolle im Alltag spielen.
Was die Forschung zeigt und was nicht
Es gibt keine aktuelle, repräsentative Studie, die präzise misst, wie häufig thailändische Frauen in Netzwerken mit westlichen Partnern einander nach ihren Einkommensbeträgen fragen, welche Rolle Eifersucht dabei spielt oder wie oft darüber getratscht wird. Die besten Erkenntnisse zu diesem Verhalten stammen primär aus qualitativer Forschung in spezifischen Gemeinschaften, insbesondere im Nordosten Thailands, ergänzt durch Migrationsforschung in Europa und einige demografische Studien. Daher lassen sich soziale Muster und Erklärungen zwar recht gut beschreiben, aber keine verlässlichen nationalen Häufigkeiten angeben. Dies ist ein wichtiger Ausgangspunkt, da dieses Thema in der Praxis oft überschätzt oder umgekehrt zu schnell als rein anekdotisch abgetan wird.
Das Ausmaß dieser Beziehungsform wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft falsch eingeschätzt. Laut thailändischer Volkszählung von 2010 machten Ehen zwischen einem thailändischen Staatsbürger und einem westlichen Partner weniger als ein Prozent aller Ehen aus. Dabei handelte es sich meist um thailändische Frauen mit westlichen Partnern. Britische, amerikanische und deutsche Partner stellten zusammen mehr als die Hälfte dieser Gruppe. Viele dieser Ehepaare lebten zudem in Bangkok. Dies ist von Bedeutung, da das gängige Bild oft ausschließlich arme Dörfer in Isaan zeigt, während die Realität auf dem Land viel vielfältiger ist und auch städtische, eher bürgerliche Beziehungen umfasst.
Warum Geld in diesen Beziehungen so sichtbar wird
Die Ursachen für dieses Phänomen liegen zum Teil in den großen Einkommensunterschieden zwischen Thailand und wohlhabenden westlichen Ländern, aber auch in der ausgeprägten Ungleichheit innerhalb Thailands selbst. Besonders in Isaan, wo Haushalte im Durchschnitt weniger verdienen als im Großraum Bangkok, gewinnt eine Beziehung zu einem ausländischen Partner in bestimmten Netzwerken eine zusätzliche soziale Bedeutung. Dort steht Geld nicht nur für Luxus oder Bequemlichkeit, sondern auch für finanzielle Sicherheit, die Versorgung der Eltern, die Unterstützung der Familie und sichtbaren sozialen Aufstieg. Finanzielle Unterstützung wird daher oft nicht als von Liebe getrennt betrachtet, sondern als konkreter Beweis für Verbindlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Gleichzeitig warnen Forschungsergebnisse davor, solche Beziehungen allein mit Armut zu erklären. Studien nennen auch andere Motive, wie den Wunsch nach einem stabileren Partner, das Streben nach mehr Autonomie, Probleme auf dem lokalen Heiratsmarkt und sogar soziale Ausgrenzung aufgrund von Aussehen, Herkunft oder Status. In einem ärmeren Viertel von Bangkok beispielsweise zeigte sich, dass manche Frauen westliche Partner attraktiv fanden, weil sie in ihren eigenen Gemeinschaften Schwierigkeiten hatten, den lokalen Schönheitsidealen, dem Streben nach Erfolg oder dem Wunsch nach Ansehen zu entsprechen. Die Wahl eines ausländischen Partners kann daher gleichzeitig mit Emotionen, Chancen, Selbstschutz und sozialem Aufstieg zusammenhängen.

Fürsorge, Gegenseitigkeit und die Frage, wie viel man erhält
In vielen Studien zu Beziehungen zwischen thailändischen Frauen und westlichen Partnern erscheint finanzielle Unterstützung als ein durchaus normaler Bestandteil dieser Beziehungen. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Beziehung vorgetäuscht ist. In den untersuchten Kontexten wird diese Unterstützung häufig als Fürsorge, Verantwortung und Gegenseitigkeit verstanden. Dies entspricht den weit verbreiteten thailändischen Normen, nach denen von Kindern erwartet wird, dass sie ihren Eltern etwas zurückgeben. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen in Kalasin und Phang Nga, dass diese Erwartungen nicht überall gleich stark ausgeprägt sind. Etwa jeder fünfte Befragte erwartete später im Leben finanzielle Unterstützung von seinen Kindern. Dieser Anteil war in ärmeren Verhältnissen höher und bei Menschen mit höherem Einkommen niedriger.
Vor diesem Hintergrund erhält die Frage „Wie viel bekommst du von deinem Partner/deiner Partnerin?“ eine andere Bedeutung, als viele Westler vermuten. Es geht nicht nur um die Neugier auf einen bestimmten Betrag, sondern auch um eine soziale Bewährungsprobe. Kann diese Beziehung dich und deine Familie ernähren? Ist dein Partner/deine Partnerin ernsthaft? Ist er/sie zuverlässig? Hast du eine sichere Zukunft? In Dörfern, wo die Unterstützung der Eltern, der Hausbau, der Landkauf und Spenden für Schule oder Tempel für alle sichtbar sind, wird Geld zu einem öffentlichen Ausdruck von Fürsorge und Ansehen. Der Betrag symbolisiert dann oft Liebe, Pflicht, familiäres Ansehen und soziale Sicherheit zugleich.
Status, Vergleiche, Klatsch und Gruppenzwang
Forschungen in Dörfern der Isaan-Region zeigen, dass Familien mit einer Tochter und einem westlichen Partner häufig sichtbar in größere Häuser, Zäune, Autos, Möbel und Spenden an die Gemeinschaft investieren. Solche Ausgaben dienen als Statussymbole. Sie verdeutlichen, dass eine Beziehung nicht nur privat ist, sondern auch soziale Konsequenzen für die gesamte Familie hat. In manchen Dörfern sprechen Forscher sogar von einer neuen lokalen Klasse, erkennbar an Besitz, Lebensstil und der Fähigkeit, mehr Land oder Wohnraum zu erwerben. Dies befeuert gegenseitige Vergleiche und den Druck, Erfolg zu demonstrieren. Eifersucht wird in diesem Kontext selten direkt gemessen, doch soziale Spannungen, Neid und Hierarchien treten deutlich zutage.
Klatsch spielt dabei eine doppelte Rolle. Er ist nicht nur negatives Gerede, sondern auch eine Form sozialer Kontrolle. In den am besten untersuchten Gemeinschaften ging es beim Klatsch oft weniger um die Tatsache, dass eine Frau einen westlichen Partner hatte, sondern vielmehr darum, was sie in der Folge mit dieser Beziehung anstellte. Frauen, die ihren Eltern halfen, ein Haus bauen ließen oder der Schule, dem Tempel oder dem Dorf sichtbar etwas zurückgaben, genossen eher Respekt. Wer in den Augen anderer vor allem an sich selbst dachte, musste mit Kritik rechnen. Familie, Freundinnen und Bekannte spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie bilden Netzwerke, in denen Beispiele, Erwartungen und Erfolgsgeschichten kursieren und in denen Besuche, die mit Geld, Geschenken oder sichtbaren Verbesserungen verbunden sind, sofort zum Gesprächsthema werden.

Unsicherheit, Abhängigkeit und Überleben sind oft eng miteinander verknüpft.
Wer dieses Verhalten allein mit Gier oder kulturellen Gegebenheiten erklärt, verkennt den Kern des Problems. Oftmals sind Unsicherheit, Abhängigkeit, Überlebensstrategien, Statuserhaltung und Gegenseitigkeit eng miteinander verknüpft. Für Frauen aus ärmeren Verhältnissen kann der finanzielle Vergleich ein Indikator dafür sein, wer wirklich abgesichert ist und wer nicht. Für Migrantinnen in Europa hingegen hängt er möglicherweise mit Druck von beiden Seiten zusammen. Sie sind mitunter gezwungen, schlecht bezahlte Arbeit zu verrichten, haben Schwierigkeiten, geeignete Jobs zu finden, und stellen fest, dass ihre Partner wenig Verständnis dafür haben, Geld an Familienangehörige in Thailand zu schicken. Studien zeigen, dass diese Kombination zu langfristigem Stress und sogar zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen kann.
Deshalb muss man ein und dasselbe Gespräch über Geld in verschiedenen Situationen unterschiedlich interpretieren. Mal geht es primär um Notwendigkeit und finanzielle Sicherheit, mal um die moralische Pflicht gegenüber den Eltern, mal um Status, Ansehen und die Frage, ob jemand aus ihrem Umfeld beruflich vorankommt. Genau diese Vielzahl an Motiven macht das Thema schwierig und heikel. Eine Frau kann gleichzeitig ihren Partner lieben, sich für ihre Eltern verantwortlich fühlen, sich mit anderen in ihrem Umfeld vergleichen und den Verlust sozialer Anerkennung oder finanzieller Sicherheit fürchten.
Unterschiede nach Region, Klasse und Beziehungsart
Die deutlichsten Anzeichen für einen offenen Vergleich in Bezug auf Geld und Ansehen finden sich in den Dörfern der Isaan-Region, wo enge Familienbande gepflegt werden und Wohlstand unmittelbar sichtbar ist. In Städten ist die soziale Kontrolle oft weniger streng. Untersuchungen aus Nordthailand zeigen, dass Eltern und Jugendliche auf dem Land häufiger an lokalen Normen in Bezug auf Familie und Gemeinschaft festhalten, während städtische Jugendliche stärker von individualistischen Werten beeinflusst werden. Auch Touristengebiete bilden eine eigene Kategorie. Dort sind Beziehungen zu Ausländern weniger ungewöhnlich, und informelle Verabredungen, Zusammenleben und Ehen überschneiden sich mitunter leichter. Gerade dort können Gespräche über Geld offener geführt werden, da die Grenzen zwischen Romantik, Fürsorge, Arbeit und gegenseitiger Unterstützung weniger scharf sind.
Bildung, soziale Schicht, Alter und Beziehungsform spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Frauen aus der Mittelschicht mit höherer Bildung überweisen ihren Eltern eher unregelmäßig Geld und lassen sich mit der Zeit eher in Städten wie Hua Hin, Rayong oder Chiang Mai nieder, anstatt in der Nähe ihres Elternhauses zu leben. Frauen aus ärmeren und ländlicheren Verhältnissen bleiben hingegen häufiger die finanzielle Stütze ihrer Familie. Die Volkszählung ergab zudem, dass etwa ein Drittel der westlichen Partner 60 Jahre oder älter sind. In langjährigen Beziehungen verlagert sich der Fokus daher oft später auf Pflege, Gesundheit, Altersvorsorge und Vermögen. Informelle Beziehungen bieten in der Regel weniger Sicherheit als Ehe oder langjähriges Zusammenleben, wodurch Fragen zu Geld, Verlässlichkeit und Zukunft noch dringlicher werden können.
Die westliche Wahrnehmung verharmlost dieses Thema oft. Das Stereotyp der armen Thailänderin, die nur einen reichen Farang sucht, wird der breiten Forschungslage nicht gerecht. Finanzielle Unterstützung ist kein automatischer Beweis für eine Scheinbeziehung. Nicht alle Frauen in solchen Beziehungen sind arm, schlecht gebildet oder stammen aus der Barszene, und nicht alle westlichen Partner sind reich, einflussreich oder finanziell abgesichert. Wer sich unvoreingenommen mit dem Thema auseinandersetzen möchte, muss anerkennen, dass diese Beziehungen gleichzeitig auf Zuneigung, Fürsorge, Pflichtgefühl, sozialem Druck, Status und praktischer Sicherheit basieren können.
Aufgrund der Faktenlage erscheint es plausibel, dass Geld in manchen thailändischen Netzwerken mit westlichen Partnern weit mehr als nur Einkommen bedeutet. Es geht auch um Fürsorge, Pflicht, Ansehen und die Zukunft. Unklar bleibt, wie häufig dies tatsächlich vorkommt. Wichtig ist, dass solche Muster kontextabhängig sind und niemals auf alle thailändischen Frauen oder alle Beziehungen verallgemeinert werden sollten.
Quellen: Journal of Population and Social Studies, ASEAS Austrian Journal of South East Asian Studies, Weltbank, Nationales Statistikamt von Thailand, Social Science & Medicine
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Unterschätzen Sie nicht die Anzahl oder den Anteil der Eheschließungen, beispielsweise in der Isaan-Region. Viele Paare sind „vor Buddha verheiratet“, das heißt, sie betrachten sich selbst als verheiratet, geben sich in ihrem Umfeld als verheiratet aus, sind aber nicht offiziell als verheiratet registriert. Darüber hinaus gibt es auch Paare, die in Europa (oder anderswo auf der Welt) offiziell verheiratet sind, diese Ehe aber nicht in Thailand anerkennen lassen.
Ich habe keine Ahnung, wie viele es sind, aber in meinem persönlichen Umfeld kenne ich viel mehr Fälle von Menschen, die in Thailand informell verheiratet sind und/oder in Europa offiziell geheiratet haben, als Menschen, die tatsächlich in Thailand verheiratet sind.
Ich kann mir vorstellen, dass das Verhältnis in städtischen Gebieten anders ist, da die kulturellen und umweltbedingten Faktoren unterschiedlich sind.
Meine Sichtweise mag begrenzt sein, aber ich sehe, dass niemand offiziell (also standesamtlich) heiratet; ich sehe nur buddhistische Hochzeiten. In einem modernen städtischen Umfeld könnte das durchaus ganz anders aussehen.
Und dieses Phänomen der Buda-Ehen betrifft nicht nur Thailänder mit einem Ausländer.
Viele Thailänder in meinem direkten Umfeld sind ebenfalls verheiratet, allerdings auf diese rechtlich ungültige Weise.
Der Vorteil, und das ist meine Denkweise, ist wahrscheinlich, dass man es schnell und unkompliziert wieder loswerden kann.
Jannemann
Als ich damals heiratete, machte ich meiner Frau unmissverständlich klar, dass ich unter keinen Umständen ihre Familie finanziell unterstützen würde.
Ich wäre bereit gewesen, ihr persönlich ein komfortables und stabiles Leben zu bieten, aber aus Prinzip weigerte ich mich, eine Gruppe von Profiteuren zu unterstützen, die nur allzu bereit sind, auf Kosten einer Farang zu leben.
Nach 16 Jahren Ehe teilt sie immer noch meine Ansicht. Ihre Familie sieht uns nicht besonders gern und macht das auch sehr deutlich…
Hier ist es genauso, Philippe; das Verhältnis zur Familie ist sehr gut, und nachdem ich mit einigen Ausländern gesprochen habe, die das so handhaben, weigere auch ich mich, meiner Frau das zu geben, was sie „Taschengeld“ nennt. Ich finde das sehr erniedrigend. Ich habe ihr meine Bankkarte anvertraut, und sie bezahlt alles und bewahrt das Geld in ihrem Portemonnaie auf. In 13 Jahren habe ich nie Schwierigkeiten oder seltsame Vorkommnisse erlebt. Wir sind verheiratet, also gehört alles uns beiden, und was die Familie angeht, teilt sie meine Ansicht.
Wir sind seit 33 Jahren zusammen und haben seit dem ersten Tag in den Niederlanden (nach einer 5-jährigen Fernbeziehung) ein gemeinsames Bankkonto mit zwei Karten.
Wir haben beide schon seit über 13 Jahren ein Bankkonto in Thailand, aber das hat mit der Einwanderungsbehörde zu tun.
Wir werden der Familie gegebenenfalls helfen; damit habe ich kein Problem.
Die Bedingung „Falls nötig…“ könnte Sie enttäuschen.
Thailänder sind sehr erfinderisch, wenn es um Ausreden geht. Besonders, wenn ein Farang im Spiel ist. Die Töchter werden getäuscht, und ihre Gutgläubigkeit wird nur allzu bereitwillig ausgenutzt. Nichts für mich.
Ist es also am Ende doch „sozial verantwortungsbewusst“, in einem Dorf mit Wellblechdächern in der Isaan-Region, wo man einst in Armut aufwuchs, Villen mit Auffahrten und protzigen Eingangstoren zu bauen? Oder einfach nur vulgäre Prahlerei? Und sind das Ausnahmen? Fahren Sie doch mal hier herum.
Meine Frau und ich sprechen auch oft darüber, und wir sind uns in einem Punkt einig: Eigentlich haben ihre Eltern kaum noch Unterstützung von den Kindern verdient. Der Grund dafür ist, dass der Vater lieber Karten spielte, trank und Prostituierte besuchte, anstatt zum Familieneinkommen beizutragen. Laut meiner Frau hat er nie gearbeitet. Ihre Mutter musste sich einfach etwas einfallen lassen, um Geld für die Kinder aufzutreiben.
Meine Frau und ihre zweite Schwester mussten schon früh arbeiten, und das Geld, das sie nach Hause schickten, nutzte ihr Vater für seine Ausschweifungen. Wie sich herausstellte, schlug er auch ihre Mutter oft, sogar mit einem Stock.
Der Mann besaß große Ländereien, die er verkaufte, und gab auch dieses Geld aus. Für seine Familie blieb nichts übrig.
Doch ihre Mutter blieb diesem Mann treu, ertrug seine Untreue, verzieh ihm seine Misshandlungen und versuchte, die Kinder großzuziehen. Aber ob die Kinder glücklich waren? Das interessierte sie nicht. Und auch heute nicht. Meine Frau lag vor einigen Monaten im Krankenhaus, nachdem sie von einem Hund gebissen worden war. Nicht ein einziges Mal fragte man nach ihrem Befinden.
Aber sie ist damit nicht allein. Sie erzählt mir regelmäßig von Frauen, die nur selten nach Hause zurückkehren und kaum Geld schicken, weil ihnen dasselbe widerfahren ist. Frauen, die sich ihr Leben lang von ihren Eltern ausgenutzt fühlen. Oft geben diese Eltern das erhaltene Geld für einen Bruder oder ein anderes, ihnen wichtigeres Kind aus.
Eine Frau (es war in den sozialen Medien zu lesen) lebte im Ausland und hatte ihre Eltern trotz allem 30 Jahre lang unterstützt. Sie hatte ihnen sogar ein Haus gebaut und ein Motorrad gekauft. Die Eltern verkauften alles und baten ihre Tochter, bei ihr einzuziehen. Die Tochter stritt sich mit ihnen, weil sie das nicht wollte.
Meine Frau streitet sich fast immer mit ihrer Mutter, weil diese ausnahmslos am Ende des Monats anruft und sich darüber beschwert, dass sie die Stromrechnung von 200 Baht nicht bezahlen kann, während sie selbst 500 Baht für Tambon ausgibt.
Ich habe von Anfang an eine Vereinbarung mit meiner Frau getroffen: Sie bekommt von mir Taschengeld, mit dem sie machen kann, was sie will – sparen, ausgeben, der Familie geben – das ist mir egal. Sie muss aber damit einen Monat auskommen, da es nicht aufgestockt wird.
Wir sind seit 2012 zusammen und es läuft gut.
Sie will auch nichts von ihren Kindern, aber die sollten sie nicht um Geld bitten. Wir geben nicht einfach jedem etwas. Sie schickt ihrer Mutter Geld, und das ist in Ordnung. Aber selbst wenn sie es ihrem Vater schickt, ist das ihre Privatsache. Sie ist 52 Jahre alt und ich denke, sie ist reif genug, um zu wissen, was sie tut.
Ich bin einfach nur froh, dass sie mich nicht ausbeutet, wie man es manchmal bei anderen Ausländern sieht (auf YouTube; persönlich kenne ich keine).
Es sind meist die Farang-Männer selbst, die die fast unersättliche Gier einer Thailänderin nach Geld und materiellen Besitztümern hervorrufen.
Oft versuchen sie in der Anfangsphase ihrer Beziehung, den Altersunterschied – nicht selten – mit Geld, Geschenken und anderen Versprechen auszugleichen, die sich letztendlich als unerfüllbar erweisen.
Um die Beziehung aufrechtzuerhalten, werden fast alle Wünsche der Geliebten aus ihren Augen gelesen, sodass auch sie ein völlig falsches Bild der tatsächlichen finanziellen Möglichkeiten erhält.
Warum nicht gleich von Anfang an ehrlich sein und genau sagen, was Sie sich von einer langfristigen Beziehung/Ehe vorstellen?
Wenn sie am nächsten Morgen plötzlich verschwunden ist, dann ist Ihnen viel Leid erspart geblieben, und sie war ganz sicher nicht die Traumfrau, die Sie in ihr gesehen hatten.
John, solche Männer gibt es wahrscheinlich, aber alles, was ich um mich herum sehe, sind Thais, die ihren Reichtum mit teuren Dingen, schicken Autos und Häusern zur Schau stellen, die sie sich nicht leisten können.
Die meisten Farangs, die ich kenne, sind ganz normale Typen, die überhaupt nicht angeben. Sie verspüren nicht diese unstillbare Gier nach Geld. Aber vielleicht liegt das daran, dass ich tatsächlich nur aufs Land fahre und nicht nach Phuket oder Pattaya.
Ich glaube, die Hauptursache liegt im Fernsehen und in den sozialen Medien.
Meine Frau erzählt, dass in ihrer Jugend, vor etwa 50 Jahren, bis auf ein paar wohlhabende Ladenbesitzer und einige Beamte alle gleichermaßen arm waren und alle morgens Eimer mit Wasser holten, auf den Reisfeldern arbeiteten, die Wäsche von Hand wusch und die Dorffeste gemeinsam rund um den Tempel feierten.
Das ist heute völlig anders. Jeder will ein Auto und einen Lebensstil wie im Fernsehen oder bei den Nachbarn. Kreditgeber sind unglaublich nachsichtig, wenn es darum geht, hohe Kredite an Menschen zu vergeben, die sie niemals zurückzahlen können. Im Blog wurde darüber schon viel geschrieben.
Ich kenne einige Beamte, die ihre Pensionen bereits verpfändet haben; sie besitzen ein großes Haus und ein schönes Auto. Wenn sie in Rente gehen, erhalten sie eine Einmalzahlung, die direkt an den Kreditgeber gehen muss. Das bedeutet, dass sie – abgesehen von der monatlichen staatlichen Unterstützung von 700 bis 1000 Baht – keinerlei Einkommen mehr haben. Sie müssen also weiterarbeiten, auf die Unterstützung von Kindern oder Verwandten hoffen und leben in bitterer Armut. Traurig.