
Thailand verfügt über kein staatliches Gesundheitssystem, das Ausländern zugänglich ist. Daher müssen Ausländer ihre medizinischen Kosten selbst decken oder eine private Krankenversicherung abschließen. Bis zum Alter von etwa 65 Jahren ist dies in erster Linie eine Frage des Budgets. Danach stellt sich die Frage: Will die Versicherung einen überhaupt noch versichern?
Anders als in den Niederlanden gleichen thailändische Versicherer die Risiken nicht zwischen Jung und Alt aus. Daher steigen die Prämien mit zunehmendem Alter stark an, und an jedem Geburtstag wird der Gesundheitszustand neu bewertet. Ab 70 Jahren wird der Abschluss einer Versicherung zum Wettlauf gegen die Zeit. Wer zu lange wartet, zahlt das Doppelte oder findet schlicht keinen Versicherer mehr.
Welche Versicherer akzeptieren Sie noch, nachdem Sie 70 Jahre alt geworden sind?
Grob lassen sich die Anbieter in vier Gruppen einteilen, die sich hinsichtlich ihrer Zugänglichkeit für Menschen über siebzig deutlich unterscheiden.
- Thailändische lokale Versicherer Sie sind hinsichtlich des Alters streng. Pacific Cross, ein bedeutender Anbieter mit 75 Jahren Erfahrung in der Region, nimmt Neukunden bis zum Alter von 80 Jahren auf und garantiert die Verlängerung bis zum Alter von 99 Jahren. AXA Thailand, Thai Health Insurance, Luma (ehemals April Thailand), Navakij, Dhipaya und Allianz Ayudhya sind ebenfalls aktiv, ihre Altersgrenzen für den Versicherungsbeginn variieren jedoch zwischen 60 und 75 Jahren. Thaivivat bildet eine Ausnahme: Das Unternehmen verkauft Neupolicen auch für ältere Kunden und bietet die Verlängerung bis zum Alter von 100 Jahren an.
- Internationale Versicherer Sie sind hinsichtlich des Alters flexibler, aber teurer. Cigna Global kennt keine Altersgrenze und garantiert eine lebenslange Verlängerung, unabhängig von Ihrer Schadenshistorie. Allianz Care nimmt Neukunden bis einschließlich 75 Jahre auf. Aetna International und IMG Global wenden ähnliche Altersstufen an. Cigna Close Care, eine thailändische Variante, hat keine Altersgrenze und verzichtet auf eine ärztliche Untersuchung.
Wie hoch sind die Prämien im Jahr 2026?
Die folgenden Angaben sind Richtpreise für einen Mann ohne schwerwiegende Vorerkrankungen. Nach medizinischer Genehmigung kann Ihre tatsächliche Prämie deutlich abweichen.
| Altersgruppe | Lokale thailändische Versicherungspolice (pro Jahr) | Internationale Politik (pro Jahr) |
|---|---|---|
| 60–64 Jahre | 28.000 – 175.000 Baht (≈ 740 – 4600 Euro) | 3000 - 5000 Euro |
| 66–70 Jahre | 37.000 – 215.000 Baht (≈ 970 – 5700 Euro) | 4500 - 7000 Euro |
| 71–75 Jahre | 56.000 – 320.000 Baht (≈ 1500 – 8500 Euro) | 5500 - 9000 Euro |
| 75+ Jahre | 120.000 – 870.000+ Baht (≈ 3150 – 22.900+ Euro) | 7000 – 12.000+ Euro |
Ein konkretes Beispiel: Bei Luma kostet eine Versicherung für eine Person zwischen 66 und 70 Jahren ohne Selbstbeteiligung rund 60.946 Baht pro Jahr, umgerechnet etwa 1600 Euro. Mit einer hohen Selbstbeteiligung von 100.000 Baht sinkt die Prämie auf 24.642 Baht oder rund 650 Euro. Das klingt verlockend, aber Vorsicht: Die Selbstbeteiligung gilt oft pro Erkrankung, nicht pro Jahr. Das heißt, bei zwei verschiedenen Erkrankungen zahlt man doppelt.
So läuft der Bewerbungsprozess Schritt für Schritt ab.
Eine Bewerbung in einem späteren Alter erfordert Vorbereitung. Gehen Sie diese Schritte ruhig und in dieser Reihenfolge durch:
- Ermitteln Sie Ihr Alter zum Zeitpunkt der Antragstellung. Bis zum Alter von 70 Jahren haben Sie noch eine recht gute Auswahl. Ab 75 Jahren bleiben Ihnen hauptsächlich Pacific Cross, Cigna Global und einige thailändische Seniorentarife.
- Fordern Sie Angebote über einen unabhängigen Makler an. Am besten vergleicht man zwei oder drei Angebote direkt miteinander. Makler werden von den Versicherern zu Festpreisen bezahlt, sodass für Sie keine zusätzlichen Kosten entstehen. Bekannte Anbieter sind beispielsweise AA Insurance Brokers, Pacific Prime und Misterprakan in Thailand.
- Füllen Sie den medizinischen Fragebogen wahrheitsgemäß aus. Das Verschweigen einer Erkrankung führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Ablehnung eines späteren Leistungsantrags. Internationale Versicherer haben oft eine Wartezeit: Erkrankungen, die in den zwei Jahren vor Versicherungsbeginn aufgetreten sind, sind ausgeschlossen, es sei denn, Sie sind seit zwei Jahren symptomfrei.
- Lassen Sie sich gegebenenfalls ärztlich untersuchen. Für Personen über 65 Jahre ist dies bei den meisten Anbietern üblich. Rechnen Sie mit Kosten zwischen 5000 und 10.000 Baht für Blut- und Urintests, ein EKG und eine Beratung, die Sie selbst tragen müssen.
- Erhalten und bewahren Sie Ihre Versicherungspolice auf. Halten Sie sowohl eine digitale als auch eine Papierkopie bereit; im Falle einer Einweisung ins Krankenhaus wird die Rezeption zuerst danach fragen.

Risiken und Fallstricke
Niedrige Prämien garantieren keinen guten Versicherungsschutz. Die größten Hürden für über 70-Jährige lauern im Kleingedruckten. Vorerkrankungen stellen dabei die mit Abstand größte Herausforderung dar: Diabetes, Bluthochdruck, ein zuvor eingesetzter Stent oder eine Krebserkrankung nach der Behandlung führen oft zum Ausschluss, einem erheblichen Prämienaufschlag oder einer Wartezeit von 12 bis 24 Monaten. Auch die Aussage „lebenslang verlängerbar“ ist irreführend: Manche thailändischen Policen enden selbst nach jahrelanger Treue mit 75 oder 80 Jahren. Nur Pacific Cross und Cigna garantieren eine Verlängerung bis zum 99. Lebensjahr bzw. ohne Altersbegrenzung, sofern man rechtzeitig beitritt.
Darüber hinaus gibt es mehrere strukturelle Faktoren, auf die Sie kaum Einfluss haben. Seit dem 20. März 2025 gilt in Thailand eine neue Selbstbeteiligungsregelung: Bei drei oder mehr Behandlungsfällen wegen leichter Erkrankungen, deren Gesamtkosten das Doppelte Ihrer Jahresprämie übersteigen, tragen Sie im Folgejahr 30 Prozent Ihrer medizinischen Kosten selbst. Dasselbe gilt für Behandlungsfälle wegen allgemeiner Erkrankungen, deren Kosten das Vierfache der Jahresprämie übersteigen. Zusammen ergeben beide Fälle 50 Prozent. Größere Operationen und schwere Erkrankungen sind von dieser Regelung ausgenommen, ebenso wie Policen, die vor dem 20. März 2025 abgeschlossen wurden. Willis Towers Watson prognostiziert zudem für den asiatisch-pazifischen Raum eine medizinische Inflation von 14 Prozent im Jahr 2026: Eine Behandlung, die heute 300.000 Baht kostet, wird in fünf Jahren etwa 575.000 Baht kosten. Vergessen Sie außerdem nicht das Wechselkursrisiko und die Anzahlung, die thailändische Privatkliniken oft im Voraus verlangen: 50.000 bis 200.000 Baht für einen geplanten Eingriff, bei größeren Operationen sogar bis zu 800.000 Baht.
Häufige Fehler und kluge Entscheidungen
Ein unabhängiger Makler beobachtet vier wiederkehrende Muster bei älteren Expats:
- Warten, bis es wirklich getan werden muss. Wer mit 65 Jahren bei Pacific Cross einsteigt, behält diese Versicherung lebenslang. Wer erst mit 73 Jahren einsteigt, findet kaum einen thailändischen Versicherer und zahlt bei Cigna das Doppelte.
- Reiseversicherungen als Langzeitschutz nutzen. Reiseversicherungen gelten üblicherweise für maximal 90 bis 180 Tage und decken keine chronischen Erkrankungen ab. Sie sind für einen längeren Aufenthalt in Thailand ungeeignet.
- Verschweigen der Krankengeschichte. Im Schadensfall prüft der Versicherer Ihre Akte in den Niederlanden. Eine verschwiegene Erkrankung führt zur Ablehnung des Schadensanspruchs und der Versicherung, und zwar rückwirkend.
- Zu eng abgedeckt. Eine koronare Bypass-Operation kostet in Bangkok bereits zwischen 680.000 und 2 Millionen Baht. Eine Krebsbehandlung mit Immuntherapie kann leicht Millionen kosten. Ein paar hunderttausend Baht Versicherungsschutz sind dann mit einem Schlag aufgebraucht.
Wenn Sie Ihre Versicherungsbeiträge im Griff behalten möchten, ohne auf wichtigen Versicherungsschutz zu verzichten, gibt es einige Möglichkeiten. Wählen Sie eine höhere Selbstbeteiligung von 50.000 oder 100.000 Baht; dadurch sparen Sie 30 bis 50 Prozent der Prämie, vorausgesetzt, Sie verfügen über ausreichende finanzielle Reserven. Schließen Sie nur eine Krankenhauszusatzversicherung ab und bezahlen Sie kleinere Arztbesuche von 1000 bis 2000 Baht selbst. Beschränken Sie Ihren Versicherungsschutz auf Asien, wenn Sie nicht jährlich nach Europa reisen; eine weltweite Deckung ohne die USA kann Ihnen leicht 20 bis 40 Prozent sparen. Zahlen Sie jährlich statt monatlich (das spart 5 bis 10 Prozent Rabatt) und arbeiten Sie mit einem spezialisierten Versicherungsmakler zusammen. Vergleichen Sie Pacific Cross, AXA und Luma: Der gleiche Versicherungsschutz kann bei gleichem Alter manchmal einen Preisunterschied von 30 Prozent ausmachen.
Entscheidungsablaufdiagramm und was noch unklar ist
Nicht alle Prämien sind öffentlich zugänglich. Für die Altersgruppe der 75- bis 80-Jährigen erstellen die meisten Anbieter erst nach einem individuellen Beratungsgespräch ein Angebot. Die angegebenen Spannen sind Richtwerte und nicht verbindlich. Anhand von Alter und Gesundheitszustand können Sie Ihre Auswahl grob wie folgt eingrenzen:
- Jüngere als 70 und gesund? Schließen Sie jetzt eine lebenslange, verlängerbare Versicherung bei Pacific Cross, Cigna Global oder Allianz Care ab.
- Zwischen 70 und 75 und gesund? Pacific Cross (Einstiegslevel bis zu 80) oder Cigna Global sind realistische Optionen; vergleichen Sie über einen Makler.
- Älter als 75? Cigna Global ist praktisch Ihre einzige internationale Option. Thaivivat und Pacific Cross sind nur interessant, wenn Sie bereits Kunde sind und Ihren Vertrag verlängern können.
- Schwere Vorerkrankungen? Pacific Cross Expat Care führt eine Untersuchung mit Moratorium durch.
- Ganz sicher gehen? Kombinieren Sie einen thailändischen Mindestversicherungsschutz mit einer hohen Selbstbeteiligung und einer persönlichen Reserve oder wählen Sie eine internationale Police mit einer Deckungssumme von mindestens einer Million Dollar.
Fazit
Eine Versicherung in Thailand auch nach dem 70. Lebensjahr ist noch möglich, aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Wer bis nach dem 75. Geburtstag wartet, hat nur noch Cigna Global und einige wenige thailändische Spezialisten zur Auswahl – allerdings mit Prämien von 5000 bis 10.000 Euro pro Jahr oder mehr. Es empfiehlt sich, frühzeitig einen Versicherer mit lebenslanger Verlängerung zu wählen, Schadensfälle wahrheitsgemäß zu melden und jährliche Prämiensteigerungen von 10 bis 15 Prozent einzuplanen.
Quellen: Pattaya Mail, The Thaiger, ExpatDen, Pacific Prime, Thailandblog.nl, AA Insurance Brokers Thailand, Insurance-Thailand.com, Lexology / Rajah & Tann, Office of Insurance Commission Thailand, Pacific Cross Thailand, Cigna Global, AXA Thailand.
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Wäre WRlife keine Option?
Ab 75 oder 80 Jahren ist es in Thailand fast unmöglich und sinnlos, eine Versicherung abzuschließen!
Alle Versicherungspolicen schließen Vorerkrankungen aus. Die meisten Ausländer über 70 haben Vorerkrankungen, die bei der ärztlichen Untersuchung für die Versicherung festgestellt werden. Diese Frage ist auch im Fragebogen enthalten, den Sie für die Versicherung ausfüllen müssen!
Die einzige Möglichkeit, wirklich gut versichert zu sein, besteht darin, sicherzustellen, dass Sie Ihre niederländische oder belgische Versicherung behalten können.
Letzteres ist daher in Belgien unmöglich, wenn man die geltenden Auswanderungsbestimmungen und -kontrollen eingehalten hat. Ich spreche aus eigener Berufserfahrung, da ich 32 Jahre lang für eine Krankenkasse gearbeitet habe.
Wenn Sie älter als 65 Jahre sind, sollten Sie keine Versicherung abschließen; sie ist zu teuer.
Ich bin 74 Jahre alt und war bei APRIL für 4000 Dollar pro Jahr versichert. Im Januar wurde bei mir Blutkrebs diagnostiziert.
Ich ging ins BNH-Krankenhaus in Bangkok, wo ich herzlich empfangen wurde und die Behandlung sofort begann.
Die Versicherung kostete 269.000 Baht pro Monat (4 Infusionen pro Monat). Sie musste im Mai verlängert werden, aber die Versicherung verlangte 7500 US-Dollar pro Jahr, wovon ich 40 % selbst tragen müsste. Ich kündigte die Versicherung, aber dann wollten sie noch einmal 650 US-Dollar Kündigungsgebühr – na ja, danke.
Ich ging auf Empfehlung eines Thailänders ins staatliche Krankenhaus von Ratchaburi; die Behandlung war dieselbe, aber mit Tabletten, ein Zyklus für 20.000 Baht pro Monat.
Also, bewahrt euer Geld für Notfälle wie meinen auf der Bank auf.
UND hört nicht auf die Schmeicheleien des Versicherungsanbieters, der nur schnell reich werden will.
Ich bin bei FWD, einem thailändischen Unternehmen, versichert und vollkommen zufrieden; die Prämie ist angemessen. Kleinere Operationen muss ich selbst mitbezahlen, die Kosten für meine Kontrolluntersuchungen und Medikamente alle drei Monate nach einer Operation hier muss ich jedoch selbst tragen. Im Todesfall erhält meine Frau 500.000 Baht.
Laut Webseite kann man nur dann eine Versicherung abschließen, wenn man die thailändische Staatsangehörigkeit besitzt.
Ich habe meine Versicherung ebenfalls gekündigt. Aufgrund diverser Ausschlüsse, für die man keinen Rabatt erhält, ist eine Versicherung praktisch sinnlos. Die Prämien steigen jedes Jahr schneller als die Renten- und Sozialversicherungsbeiträge. Daher werden die Prämien früher oder später unerschwinglich.
Eine lebenslange, verlängerbare Versicherung klingt zwar gut, erzeugt aber ein falsches Sicherheitsgefühl; es ist ein Verkaufsargument.
Sollte etwas wirklich Ernstes passieren und der Versicherer eine erhebliche Entschädigung zahlen müssen, wird die Prämie im folgenden Jahr deutlich steigen.
Sollte im Anschluss eine weitere teure Behandlung anstehen, wird die Prämie im folgenden Jahr unerschwinglich.
Zwingen sie den Kunden etwa dazu, sich auf diese Weise zu verabschieden? Und was dann?