Ist Vietnam im Winter eine Alternative zu Thailand?

Thailand ist seit Jahren das bevorzugte Reiseziel für Niederländer und Belgier, die im Winter nach Südostasien reisen. Vietnam entwickelt sich jedoch rasant zu einer ernstzunehmenden Alternative. Das Land ist oft günstiger, bietet flexiblere Einreisebestimmungen für Aufenthalte von bis zu neunzig Tagen und besticht durch eine große Vielfalt an Stadt-, Küsten- und Naturerlebnissen.r.
Billiger ist jedoch nicht automatisch besser. Für Urlauber spielen neben Flügen auch Klima, Atmosphäre und Besucherandrang eine wichtige Rolle. Für Winterreisende sind Gesundheitsversorgung, Visabestimmungen, Internetzugang, Transport und Lebensqualität oft ausschlaggebender. Genau in diesen Punkten unterscheiden sich Thailand und Vietnam deutlich stärker, als Reisende annehmen, insbesondere bei mehrmonatigen Aufenthalten.
Visum, Klima und Erreichbarkeit bestimmen die erste Wahl
Rein faktisch betrachtet, steht Vietnam besser da, als viele Reisende annehmen. Seit dem 15. August 2025 dürfen niederländische und belgische Staatsbürger visumfrei für bis zu 45 Tage nach Vietnam einreisen. Zusätzlich gibt es ein E-Visum für bis zu 90 Tage, das zur einmaligen oder mehrmaligen Einreise berechtigt und offiziell 25 bzw. 50 US-Dollar kostet. Für einen zwei- bis dreimonatigen Winteraufenthalt ist dies praktisch und unkompliziert. Thailand bietet mehr Flexibilität für längere Aufenthalte. Dort gilt weiterhin eine visumfreie Einreise für 60 Tage, die um weitere 30 Tage verlängert werden kann. Hinzu kommen Möglichkeiten wie das DTV-Visum für Remote-Arbeiter und das 90-Tage-Visum für Rentner über 50. Allerdings wird in Thailand derzeit über eine mögliche Verschärfung der großzügigen 60-tägigen Visumfreiheit diskutiert, die diese möglicherweise auf 30 Tage verkürzen könnte.
Thailand eignet sich besser für die Winterplanung. In vielen Regionen passt die trockene und kühlere Jahreszeit besser zum europäischen Winter, wobei die Golfküste und die Andamanenküste abweichen. Vietnam erfordert hingegen mehr regionale Kenntnisse. Hanoi kann im Winter kühl und grau sein, Zentralvietnam hat eine andere Regenzeit, und der Süden ist für viele Winterurlauber die beste Wahl. Thailand punktet zudem mit seiner guten Erreichbarkeit. Bangkok ist von den Niederlanden und Belgien aus in der Regel leichter und oft direkter zu erreichen. Für Hin- und Rückflüge nach Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt sind Preise zwischen etwa 470 und 635 Euro realistisch, allerdings oft mit Zwischenstopps und abhängig von Saison und Route.

Atmosphäre, Lebensumfeld und Touristendruck unterscheiden sich stärker, als Sie denken.
In der Praxis wirkt Thailand vielerorts internationaler und besser organisiert. Das zeigt sich deutlich an der Vielfalt der Hotels, des öffentlichen Nahverkehrs, der Einkaufszentren, Krankenhäuser und Dienstleistungen, die seit Jahren auf ausländische Gäste eingestellt sind. Viele Urlauber empfinden das als angenehm. Man muss sich weniger erst einmal orientieren und findet schneller einen vertrauten Rhythmus. Der Nachteil ist, dass bekannte Orte wie Phuket, Pattaya, Koh Samui und Teile von Bangkok auch geschäftiger, kommerzieller und touristischer wirken. Thailand verzeichnete im Jahr 2025 fast 33 Millionen internationale Besucher.
In vielen Gegenden wirkt Vietnam authentischer und weniger touristisch geprägt. Das macht es für viele Reisende attraktiver, besonders für preisbewusste Urlauber oder solche, die ein weniger überlaufenes Reiseziel suchen. Gleichzeitig ist Vietnam kein Geheimtipp mehr. Hoi An, Sa Pa, die Halong-Bucht und Phu Quoc sind eindeutig touristisch erschlossen. Dennoch ist der Besucherandrang insgesamt geringer. Vietnam empfing 2025 über 21 Millionen internationale Besucher und hatte im ersten Quartal 2026 bereits die 6-Millionen-Marke überschritten. Daher wirkt das Land auf viele Reisende etwas ursprünglicher, lebendiger und weniger perfekt organisiert als Thailand.
Sicherheit, Gastfreundschaft, Sprache und Fürsorge machen Thailand nach wie vor stärker.
Was die Sicherheit im Alltag angeht, unterscheiden sich die beiden Länder weniger als oft angenommen. Generell gilt für Thailand und Vietnam eine Reisewarnung der Stufe Gelb. In Thailand gibt es jedoch in Teilen des tiefen Südens und in einigen Grenzgebieten strengere Ausnahmen. Reisewarnungen weisen zudem ausdrücklich auf Verkehrsrisiken, Rollerunfälle und Touristenbetrug, beispielsweise im Zusammenhang mit Jetski- und Rollerfahrten, hin. In Vietnam liegt der Fokus eher auf Taschendiebstählen, Verkehr, Stürmen und Erdrutschen in bestimmten Jahreszeiten. Wer mit Vernunft reist und grundlegende Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kommt in beiden Ländern gut zurecht.
Gastfreundschaft wird von Reisenden in beiden Ländern positiv erlebt, jedoch in unterschiedlicher Form. Thailand wirkt oft freundlicher, serviceorientierter und ausländischer Besucher gegenüber aufgeschlossener. In Vietnam ist der Umgang manchmal direkter und weniger formell, aber oft ebenfalls herzlich und aufrichtig. Die Sprachbarriere ist in Thailand in der Regel geringer, insbesondere in Touristengebieten und Gegenden mit vielen Expats. Der größte Unterschied liegt im Gesundheitswesen. Thailand verfügt über ein breites und bewährtes Netzwerk internationaler Privatkliniken. Vietnam verbessert sich rasant, hat aber derzeit nur neun JCI-akkreditierte Gesundheitseinrichtungen, davon acht Krankenhäuser. Daher bleibt Thailand für Rentner und Wintergäste mit gesundheitlichen Problemen die sicherere Wahl.

Infrastruktur, Internet und Transportwesen sorgen für einen anderen Tagesrhythmus.
Thailand punktet mit seiner Bequemlichkeit. Bangkok ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, und das Netz aus Inlandsflügen, Bussen, Zügen und Fähren ist für Urlauber und Wintergäste in der Regel optimal aufeinander abgestimmt. Dadurch sind Inselhüpfen, Städtetrips und längere Aufenthalte relativ einfach. Vietnam hingegen ist langgestreckt. Das schafft zwar wunderschöne Kontraste zwischen Nord, Mitte und Süd, erfordert aber auch mehr Planung. Wer von Hanoi nach Da Nang oder Ho-Chi-Minh-Stadt reisen möchte, wählt oft einen Inlandsflug. Züge und Fernbusse sind zwar zahlreich vorhanden, benötigen aber mehr Zeit.
Beide Länder sind in puncto Internet und Online-Arbeit überraschend gut aufgestellt. Anfang 2025 lag die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit in Thailand bei rund 237 Mbit/s. Vietnam erreichte im gleichen Zeitraum über 163 Mbit/s und verzeichnete anschließend weiteres Wachstum. Daher eignen sich beide Länder für digitale Nomaden. Der Unterschied liegt vor allem im jeweiligen Umfeld. Thailand bietet mehr Coworking-Spaces, etabliertere Dienstleistungen für Expats und mehr Orte, an denen Englisch für den Alltag ausreicht. Vietnam ist technisch gut aufgestellt, oft günstiger und dynamisch, erfordert aber etwas mehr Eigenverantwortung bei der Wohnungssuche, Organisation und Reiseplanung.
Preis und Preis-Leistungs-Verhältnis verschaffen Vietnam einen klaren Vorteil.
Vietnam punktet in puncto Preis. Eine einfache Mahlzeit in einem lokalen Restaurant kostet dort oft 1 bis 4 Euro, verglichen mit etwa 1 bis 7 Euro in Thailand. Ein Abendessen für zwei Personen in einem Restaurant der mittleren Preisklasse kostet in Vietnam häufig zwischen 18 und 35 Euro, während es in Thailand eher zwischen 32 und 53 Euro liegt. Auch der öffentliche Nahverkehr ist günstiger. Eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln kostet in Vietnam oft um die 0,25 Euro, verglichen mit 0,80 bis 1,10 Euro in Thailand. Taxis kosten in Vietnam oft ab 0,62 bis 0,65 Euro, verglichen mit etwa 0,93 bis 1,06 Euro in Thailand. Der Preis pro Kilometer ist in Vietnam etwa halb so hoch wie in Thailand. Dieser Vergleich basiert auf Wechselkursen vom 10. April 2026 und kann je nach Stadt, Jahreszeit und Reisestil variieren.
| Teil | Thailand | Vietnam |
|---|---|---|
| Einfaches lokales Restaurant | ca. 1 € bis 7 € | ca. 1 € bis 4 € |
| Abendessen im mittleren Preissegment für 2 Personen | ca. 32 € bis 53 € | oft niedriger, etwa 18 bis 35 Euro |
| Einzelfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln | ca. 0,80 € bis 1,10 € | ca. 0,23 € bis 0,26 € |
| Taxi-Grundgebühr | ca. 0,93 € bis 1,06 € | ca. 0,62 € bis 0,65 € |
| Taxi pro km | ca. 1,06 € | ca. 0,52 € |
| Fester Internetanschluss pro Monat | oft ca. 16 bis 21 € | oft niedrig bis mittel, abhängig von der Stadt |
| 3-Sterne-Hotel in einer Großstadt | Bangkok ca. 51 $ pro Nacht | Da Nang ca. 24 $ pro Person |
| 4-Sterne-Hotel in einer Großstadt | Bangkok ca. 94 $ pro Nacht | Da Nang ca. 48 $ pro Person |
| 5-Sterne-Hotel in einer Großstadt | Bangkok ca. 193 $ pro Nacht | Da Nang ca. 158 $ pro Person |
Bei den Unterkünften sind die Unterschiede noch größer. In Bangkok kostet ein 3-Sterne-Hotel durchschnittlich etwa 44 Euro pro Nacht, ein 4-Sterne-Hotel etwa 80 Euro und ein 5-Sterne-Hotel rund 165 bis 180 Euro oder mehr. In Da Nang liegen die Preise eher bei 21 Euro, 41 Euro bzw. 135 bis 145 Euro. Für ein einfaches Mietshaus oder Studio zahlt man in Vietnam oft 220 bis 500 Euro pro Monat, in Thailand hingegen eher 300 bis 700 Euro. Das mittlere Einkommen liegt in Vietnam bei etwa 500 bis 1000 Euro und in Thailand bei 700 bis 1400 Euro. Daher bietet Vietnam oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, während Thailand zwar meist teurer ist, dafür aber mehr Komfort, Flexibilität und Sicherheit bietet.
- Ein zweiwöchiger Urlaub in Thailand kostet in der Regel zwischen 630 und 1050 Euro im Budgetbereich, zwischen 1120 und 1960 Euro im mittleren Preissegment und zwischen 2240 und 3920 Euro oder mehr für einen komfortablen Aufenthalt, Interkontinentalflüge nicht inbegriffen.
- Ein zweiwöchiger Urlaub in Vietnam kostet in der Regel zwischen 420 und 770 Euro im Budgetbereich, zwischen 840 und 1540 Euro im mittleren Preissegment und zwischen 1680 und 3080 Euro oder mehr für einen komfortablen Aufenthalt, Interkontinentalflüge nicht inbegriffen.
- Ein zwei- bis dreimonatiger Winteraufenthalt in Thailand kostet oft zwischen 1600 und 5500 Euro oder mehr, abhängig von Miete, Transport, Lebensstil und Lage.
- Wer zwei bis drei Monate in Vietnam überwintert, muss mit Kosten von etwa 1100 bis 4200 Euro oder mehr rechnen, wobei zu beachten ist, dass Stadt, Komfortniveau und Jahreszeit einen großen Unterschied machen.
- Konkret bedeutet dies im Hinblick auf die Lebensqualität im Alltag, dass man in Vietnam oft günstiger lebt, isst und reist, in Thailand aber in der Regel schnelleren Zugang zu einer besseren Gesundheitsversorgung, mehr internationalen Einrichtungen und einen ruhigeren Tagesrhythmus hat.

Welches Land passt am besten zu wem?
Das Ergebnis hängt stark vom Reisetyp ab. Für einen Kurzurlaub kann Vietnam für viele Niederländer und Belgier eine hervorragende Alternative zu Thailand sein, insbesondere wenn Preis, Kultur, Vielfalt und ein weniger touristisches Flair wichtig sind. Thailand bleibt jedoch die bessere Wahl für alle, die Direktflüge bevorzugen, mehr Komfort wünschen, in vertrauter touristischer Umgebung reisen möchten oder vor allem Wert auf Strände, Service und einfache Anreise legen. Für einen Aufenthalt von zwei bis drei Monaten schneidet Vietnam überraschend gut ab, gerade weil 90 Tage offiziell ohne komplizierte Reiserouten möglich sind.
Für Langzeitaufenthalte bleibt Thailand die bessere Wahl. Dies gilt insbesondere für Rentner, Reisende mit medizinischen Bedürfnissen und digitale Nomaden, die neben schnellem Internet auch Coworking-Spaces, englischsprachigen Service und eine größere Auswahl an Unterkünften wünschen. Vietnam ist die bessere Wahl für preisbewusste Alleinreisende und alle, die das lokale Flair erleben möchten. Thailand punktet bei Paaren, die Komfort suchen, bei Winterurlaubern, die Stabilität bevorzugen, und bei allen, denen Betreuung, Erreichbarkeit und Komfort wichtiger sind als der niedrigste Preis.
- AlleinreisenderVietnam ist günstiger und abenteuerlicher, Thailand ist einfacher und geselliger.
- StellanThailand punktet oft mit Komfort und Stränden, Vietnam hingegen mit Touren und einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis.
- WintergastVietnam eignet sich gut für Aufenthalte bis zu etwa drei Monaten, Thailand ist praktischer für wiederkehrende längere Aufenthalte.
- PensionadoThailand ist aufgrund des Gesundheitswesens, der Netzwerke von Expats und der Möglichkeiten zur Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung eindeutig stärker.
- Digitaler NomadeThailand ist einfacher, Vietnam ist billiger und technisch mehr als brauchbar.
Unterm Strich ist Vietnam im Jahr 2026 eine gute Alternative zu Thailand, allerdings nicht für jeden gleichermaßen. Für Urlaubsreisen und Winteraufenthalte von bis zu drei Monaten ist Vietnam oft günstiger und attraktiver, als viele Reisende denken. Was Gesundheitsversorgung, Komfort, Erreichbarkeit und wirklich längere Aufenthalte angeht, bleibt Thailand vorerst die umfassendere Wahl.
Quellen: Vietnam Travel, Vietnamesischer E-Visa-Service, Königlich Thailändische Botschaft, Außenministerium, Netherlands Worldwide, Thailändische Tourismusbehörde, Thailändische Regierung (PRD), Joint Commission International, EZB, Skyscanner, Booking.com, Numbeo, Nation Thailand, VietnamPlus
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